Graumann-Areal in Traun wird modernisiert

Tips vom 1.12.2017

Auszug aus dem Onlineartikel von Tips

Firmenchronik spiegelt 200 Jahre österreichische Textilindustrie-Geschichte

Die Geschichte der Firma Graumann spiegelt die ganze Vielfalt zweier Jahrhunderte: Als die Vorfahren Langs die Weberei lernten, führte Napoleon gerade Krieg mit halb Europa. 1817 gründete Friedrich Graumann in Wien seine Firma, ab 1869 produzierte das Unternehmen am Standort Traun. Die Textilindustrie profitierte früh von Industrialisierung und Elektrifizierung, war aber auch früh von Globalisierung und internationaler Konkurrenz herausgefordert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lieferte Graumann zunächst noch Luxuswaren in die ganze Welt. Stolz erwähnt die Firmenchronik 1954 die Nachricht, dass Königin Elizabeth II. bei Harrods in London Badezimmergarnituren von Graumann gekauft hat. Doch trotz des Aufschwungs dieser Zeit war die Textilproduktion bald nicht mehr rentabel. An vielen Orten der Welt wurde günstiger produziert und nach Europa geliefert. 1958 entschied sich Fritz Lang daher, die Produktion aufzugeben und die Fabrikshallen als Lager oder Produktionsstätten zu vermieten. Unternehmen wie Ed. Haas, Gruber & Kaja oder Patex waren über viele Jahre eingemietet. Geschäftslokale und später das Graumann-Zentrum prägten diesen Teil Trauns.

Neuer Stadtteil soll entstehen

Das Kulturzentrum „Spinnerei“ startete seine höchst erfolgreiche Entwicklung in den 1990er-Jahren in der Weberei-West am Graumann Areal. 2017 ist die Spinnerei nach 20 Jahren in einen attraktiven Neubau übersiedelt, das Graumann-Areal ist nun frei für eine neue Entwicklung. In den nächsten Jahren wird im Herzen der Stadt ein neuer Stadtteil entstehen. „Es wird eine gemischte Nutzung von Wohn- und Geschäftsflächen geben. Wir befinden sich in der Planungsphase, die Entscheidung soll nächstes Jahr gefällt werden, wie die Nutzung dann tatsächlich ausfällt“, informierte Graumann-Pressesprecher Stefan Pollach auf Tips-Anfrage.